Beratung bei Diskriminierung in Gebärdensprache

Pressemitteilung

Nr. 30/2012 vom 27.08.2012

Beratung bei Diskriminierung in Gebärdensprache
Antidiskriminierungsstelle baut barrierefreie Angebote aus

Gehörlose Menschen können ab sofort auch in Deutscher Gebärdensprache den Rat der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) in Anspruch nehmen. Die Antidiskriminierungsstelle ist die erste Bundesbehörde, die diesen barrierefreien Kommunikationsweg ermöglicht.

Mit dem sogenannten Signing Question and Answer Tool können gehörlose Menschen, die eine diskriminierende Erfahrung gemacht oder beobachtet haben, mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ohne Barrieren kommunizieren. Sie zeichnen mit einer Webcam eine Anfrage in Deutscher Gebärdensprache (DGS) als Video auf und schicken dieses ab. Ihre Antwort erhalten Sie ebenfalls per Video in DGS.

ADS-Leiterin Christine Lüders: „Opfer von Diskriminierungen brauchen kompetente und schnelle Beratung. Ich bin froh, dass wir jetzt auch gehörlosen Menschen in ihrer Muttersprache – der Deutschen Gebärdensprache – helfen können, sich gegen Benachteiligungen zur Wehr zu setzen.“

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Weitere Informationen unter www.antidiskriminierungsstelle.de.

Kontakt:
Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Glinkastraße 24
10117 Berlin

Pressestelle
Sebastian Bickerich
Kristin Döge

Tel.: 03018 555-1805
Fax: 03018 555-41805
presse@ads.bund.de

Taubblindengeld kann keine Assistenzleistungen abdecken

Stellungnahme zur Forderung eines Taubblindengeldes vom BBSB in Bayern

Die Unterstützung taubblinder und hörsehbehinderter Menschen ist unzureichend und bedarf dringend der Nachbesserung. Insofern unterstützen wir die Initiative vom 22. Mai von SPD und Grünen im Bayerischen Landtag. Ein Taubblindengeld, wie es der Bayerische Blinden- und Sebehindertenbund BBSB fordert,  kann zur Verbesserung beitragen. Allerdings muss es völlig unabhängig von der weit wichtigeren Assistenzversorgung gesehen werden. Assistenz ist als Sachleistung zu fordern, damit sie sicher und barrierefrei bei den Betroffenen ankommt. Die angestrebte Verdopplung des Blindengeldes kann zudem den Mehraufwand für persönliche Assistenz nicht annähernd abdecken, sie reicht bestenfalls für den technischen Mehraufwand und besondere Auslagen wie Taxifahrtkosten.  Für die Assistenz sind dringend andere Regelungen zu fordern.

Wir wenden uns deshalb entschieden gegen ein Taubblindengeld, das auch die persönliche Assistenz abdecken soll, zumal der Assistenzbedarf individuell sehr unterschiedlich ist (s. Fachgutachten des GFTB vom November 2010). Insgesamt sind alle Regelungen so zu gestalten, dass sie für taubblinde Menschen angesichts der besonderen Beeinträchtigung von Mobilität und Kommunikation barrierefrei zur Anwendung kommen können.

Meldung vom 11.06.2012 gemeinsam von:

Leben mit Usher-Syndrom e.V.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden BAT e.V.
Stiftung taubblind leben

Nichts hören, nichts sehen, nur fühlen

Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was es bedeutet taubblind zu sein. Das Leben in einer stillen und dunklen Welt sind nicht die einzigen Schwierigkeiten mit denen die Taubblinden zurechtkommen müssen. Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass Taubblindheit als eigenständige Behinderung bis jetzt nicht anerkannt ist. Daraus folgt eine Fehlversorgung innerhalb der Gesellschaft und Ansprüche, wie z.B. die Bezahlung einer Taubblindenassistenz können nicht geltend gemacht werden.

Ausführliche Informationen hierzu erhalten sie unter Spiegel-Online

Tagesseminar Hörsehbehinderten-, Taubblindenarbeit im BSBH

Informationen, Austausch, Perspektiven

Dieses Tagesseminar richtet sich an hörsehbehinderte und taubblinde Mitglieder des BSBH, deren angehörige sowie an dem Thema Interessierte. Der Vormittag dieses Seminares dient zunächst der Information und dem Austausch. Dann freuen wir uns sehr unseren Gast Thomas Brumann aus der Fachgruppe Taubblind in NRW begrüßen zu dürfen. Thomas Brumann ist 48 Jahre alt, taubblind, er ist sehr optimistisch, selbstbewusst und unabhängig! Herr Brumann wird uns über sein Leben und seine Arbeit im Vorstand der Fachgruppe Taubblinder NRW berichten!
Diese Fachgruppe ist eine sehr große Gruppe, mit derzeit 62 taubblinden und hörsehbehinderten Mitgliedern. Viele Fragen stellen sich da, z.B. wie wir die Arbeit im BSBH gestalten können, damit taubblinde Menschen sich eingeladen fühlen aber natürlich auch, was alles dazu gehört ein unabhängiges, selbstständiges Leben als taubblinder Mensch zu führen. Ein grundlegender Baustein dazu ist die Ausbildung und Gewährung von Taubblindenassistenz, Thomas Brumann wird begleitet von seiner Taubblindenassistentin, auf die wir uns ebenfalls sehr freuen.

Nach der Mittagspause begrüßen wir Frau Köhler von der Firma Baumbach-Hörcom, eine Hörtrainerin, und frau Mönch, eine Vertreterin des  Deutschen Schwerhörigenbundes. Sie werden folgende Themen vorstellen:
– Angabe von vorhandenen Induktionsschleifen auf den Webseiten von kulturellen Einrichtungen, wie Kirchen, Theater, Kinos, sowie der standort der dazu gehörigen geeigneten Sitzreihen. Dies ist ein sehr großes öffentliches Thema des deutschen Schwerhörigenbundes.
– Altersbedingte Schwerhörigkeit , altersbedingte Makula Degeneration, den Akustikern und Hörtrainern ein schon lange bekanntes Thema.
Das noch so gute Hörgerät ist darauf eingestellt, dass der Träger die Trägerin Mimik, Gestik, Körpersprache sehen und ablesen kann.
Welche speziellen Umgebungsbedingungen benötigt ein hörsehbehinderter Mensch um an Kommunikation teilnehmen zu können Einstellung, Säuberung von Hörgeräten, Bateriewechsel mit Sehbehinderung bei den winzigen Geräten.
– Frau Köhler bringt spezifische Hilfsmittel für hörsehbehinderte Menschen von der Firma phonak, wie Lichtvibrationsanlagen, Wecker mit Vibrationskissen, mit.

Termin: Samstag, 27.10.12 in der Zeit von 11.15 bis 17.00 Uhr,
Ort: Eschersheimer Landstraße 80, 60322 Frankfurt

Infos und Anmeldung zu diesem kostenfreien Seminar:
Heike Herrmann, Tel. 06421/166734
Info@Captain-Handicap.de

Auftaktveranstaltung für Aktionen zum Europäischen Protesttag in Berlin

Wir, Taubblinde, waren bei der Auftaktveranstaltung für Aktionen zum Europäischen Protesttag dabei. Ungefähr 60-70 TBL und TBA waren dort, um mit uns für Anerkennung von Taubblindheit zu kämpfen. Aus Hannover, Köln, Berlin, Hamburg usw. Der Vorsitzender vom BAT e.V. Herr Dieter Zelle war auch mit uns beim Demo. Mit den bemalten Rettungsschirmen und schwarzen TShirts (durch Stiftung Taubblind Leben und BAT e.V. bereitgestellt) gingen wir auf den Strassen. Das war ein grandioser Anblick von uns. Von einigen Leuten, auch sogar ein Polizist wurden wir wegen Kommunikationsform Lormen angesprochen. Es war für uns ein gelungener Tag, denn das Wetter hat auch mitgespielt.
Mehr im folgenden Bericht von Herrn Hans Peters, ganz vielen Dank!
Berichte in PDF und DOC

Einige Bilder  vom 27.4.2012, Dieter Zelle und Sylvia Knörzer. siehe weiter …..

(mehr …)

Merkzeichen für taubblinde Menschen gefordert

14.000 UNTERSCHRIFTEN AN DAS BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES ÜBERGEBEN

Die Stiftung „taubblind leben“ unterstützt taubblinde Menschen besonders bei der Wohnsituation, aber auch mit Beratungen und anderen Maßnahmen. 2010 startete die Stiftung eine Unterschrifteninitiative für die Anerkennung der Taubblindheit als eigenständige Behinderung und für die Einführung eines Merkzeichens.

Mehr Infos im Gebärdenwelt – Mit Gebärdensprache in ÖGS

Quelle: Gebärdenwelt.at

Unterschriftenübergabe an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die Übergabe der 14.000 Unterschriften, auf die Sie schon einige Zeit warten, hat am 29.03.2012 stattgefunden. Gemeinsam mit den Vorsitzenden Dieter Zelle für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e.V. und Michael Graefen für Leben mit Usher-Syndrom e.V. hat Irmgard Reichstein, die 1. Vorsitzende der Stiftung taubblind leben, 6 Aktenordner an Gitta Lampersbach, Leiterin der Abteilung V des BMAS, im Anschluss an eine Podiumsdiskussion zum Thema überreicht.

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Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die unterschrieben und Unterschriften gesammelt haben. Wir danken ganz besonders dem Paritätischen Gesamtverband, dessen Vorstandsvorsitzender Herr Dr. Jüttner und seine Organisation wesentlich zum Zustandekommen dieser Übergabe beigetragen haben. Und ebenso danken wir den vielen Verbänden und Unterstützern, die sich in großer Einigkeit stark machen für ein Merkzeichen Taubblind und daran geknüpfte sinnvolle Maßnahmen.

Etwa 40 geladene Gäste aus Politik und Verbänden waren in den Amtssitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen gekommen. Dort fand ein halbtägiges Fachgespräch zu Taubblindheit statt, in dem besonders die Vertreter der Betroffenen einmal mehr eindrucksvoll die Lebenslage und den dringenden Handlungsbedarf deutlich gemacht haben.

Schon in ihrer Eröffnungsrede machte Frau Lampersbach deutlich, dass taubblind etwas anderes ist als blind und taub. Diese von allen Anwesenden geteilte Auffassung ist aus unserer Sicht wesentliche Basis dafür, zur Anerkennung von Taubblindheit als eigenständiger Behinderung zu kommen und damit zum Merkzeichen Tbl und sinnvollen Leistungen für die Betroffenen. Besonders Assistenz ist unverzichtbar, das wurde an diesem Tag allen sehr deutlich.

Ein Anfang ist gemacht, so war allseits die Ansicht der Anwesenden. Die Bereitschaft von Frau Lampersbach, die Unterschriften anzunehmen, gibt uns Hoffnung. Wir vertrauen darauf, dass das Ministerium der Verantwortung, die damit übernommen wurde, gerecht werden wird. Wir hoffen, das dem so gemachten Anfang konkrete Schritte und Taten folgen werden. Wir stehen bereit, diesen Prozess in guter Kooperation zu unterstützen.

Unter diesem Link
finden Sie zu Ihrer weiteren Information das Manuskript der Rede, die Irmgard Reichstein mit kleinen Abweichungen und Ergänzungen gegen Ende der Veranstaltung vor der Unterschriftenübergabe gehalten hat.

Redemanuskript als Word Dokument
Zur Meldung des DBSV zur Unterschriftenübergabe

Quelle: stiftung-taubblind-leben.de

Pressemitteilung der BRK-Allianz

Breites Bündnis der Zivilgesellschaft für UN-Bericht

In Berlin hat sich am 19. Januar ein breites Bündnis von Organisationen der Zivilgesellschaft, die „BRK-Allianz“ gegründet. Diese Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, den ersten Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) durch einen „Parallelbericht“ kritisch zu kommentieren. „Der Staatenbericht erweckt den Eindruck, dass es in Deutschland keinen Umsetzungsbedarf zur Konvention gibt und dass für behinderte Menschen alles zum Besten geregelt sei. Die Verbände in diesem Bündnis werden jedoch dafür sorgen, dass dieser Anschein mit sachlich fundierten Aussagen korrigiert wird“, sagte Sigrid Arnade, eine der beiden SprecherInnen der Allianz.

In der Allianz haben sich insgesamt 73 Organisationen zusammengeschlossen, die das gesamte Spektrum der behindertenpolitisch arbeitenden Verbände in Deutschland repräsentieren. Sie kommen vor allem aus dem Bereich der Selbstvertretungsverbände behinderter Menschen, der Behindertenselbsthilfe und der Sozialverbände. Ebenso sind die Wohlfahrtsverbände, die Fachverbände der Behindertenhilfe und der Psychiatrie sowie Elternverbände und die Gewerkschaften ver.di und DGB dabei. Ebenso wie der Staatenbericht soll der Parallelbericht dem UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Genf vorgelegt werden und die Lebenswirklichkeit der rund 10 Millionen behinderten Kinder, Frauen und Männer in Deutschland darstellen.

Zur Koordinierung des Berichts wurde eine siebenköpfige Arbeitsgruppe berufen. Als Sprecherin und Sprecher für das Jahr 2012 wurden Dr. Sigrid Arnade von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland

(ISL) und Dr. Detlef Eckert vom Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) auf der Gründungsversammlung gewählt. Die Geschäftsstelle der Allianz ist beim NETZWERK ARTIKEL 3 angesiedelt, das bereits die Schattenübersetzung der BRK erstellt hat. Sie wird anteilig von der Aktion Mensch gefördert. Weitere Informationen sind auf der Website www.brk-allianz.de  zu erhalten.

BRK-Allianz – Geschäftsstelle c/o NETZWERK ARTIKEL 3 – Verein für Gleichstellung und Menschenrechte Behinderter e.V.

V.i.S.d.P.: H.- Günter Heiden, Krantorweg 1, 13503 Berlin Tel.: 030-436 4441, Fax: 030-436 4442 Email:brk.allianz@googlemail.com

Wir, BAT e.V. sind auch offiziell Mitglied im Allianz-Bündnis und schreiben mit den anderen Verbänden gemeinsam einen Parallelbericht. Stiftung Taubblind leben und Verein „Leben mit Usher“ sind auch dabei. Wir wollen unsere Rechte als Taubblinde Menschen durchsetzen, z.B. Anerkennung der Taubblindheit, Assistenz usw. Unsere Lebenssituation taubblinder Menschen in Deutschland muss sofort verbessert werden, das ist unsere wichtigste Forderung. Wir freuen uns, dass das Lebensqualität der taubblinden Menschen durch unsere Mitarbeit, die Stiftung Taubblind Leben und den Verein Leben mit Usher im Allianz-Bündnis verbessert werden kann.

Für weitere Fragen und Infos stehen wir Euch gerne zur Verfügung.
BAT e.V.

Ein erfülltes Leben trotz Usher-Syndrom – von Sabine Reinhard

In der Schweizer Zeitung „Visuell Plus“ erschien ein Interview mit Sabine Reinhard. Sie ist durch das Usher-Syndrom stark sehgeschädigt und gibt im vierseitigen Interview einen Einblick in ihr Leben. Viele Gehörlose haben Berührungsängste in Bezug auf Usher-Betroffene. Das Interview soll helfen, diese Ängste abzubauen. Frau Reinhard führt trotz ihrer Seh-Einschränkung ein aktives Leben. Sie ist eine fröhliche und reisebegeisterte Frau, die weltweit unterwegs ist. Ein absolut positives Beispiel, unbedingt lesen!

Gespräch mit Sabine Reinhard